Interim-Management: eine Aufgabe auf Zeit vergeben

Ein Ablauf muss umgebaut werden, aber im Tagesgeschäft ist niemand frei dafür. Was der Begriff genau meint, wie so ein Auftrag endet und was er hinterlassen muss.

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Interim-Management heißt, eine Aufgabe für einen begrenzten Abschnitt von außen verantworten zu lassen, statt eine Stelle dafür zu schaffen. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „unterdessen“. Im Betrieb steht es für einen Auftrag mit Anfang, Ziel und einem Ende, das vorher feststeht.

Was Interim-Management wörtlich bedeutet

Im Deutschen kommt „interim“ kaum allein vor, sondern als Vorsilbe: Interim-Betriebsleitung, Interim-Projektleitung, Interim-Manager. Der Kern ist immer derselbe — die Aufgabe läuft auf Zeit und hat ein beschriebenes Ziel. Wer dauerhaft dieselbe Arbeit macht, trägt den Zusatz nicht, auch wenn er von außen kommt.

Nicht zu verwechseln ist das mit einer Aushilfe. Eine Aushilfe füllt Stunden, die gerade fehlen. Ein Auftrag auf Zeit füllt ein Ergebnis: Am Ende läuft etwas, das vorher nicht lief, und man kann nachsehen, ob es läuft.

Wann ein Betrieb eine Aufgabe auf Zeit vergibt

In Produktion und Handel sind die Anlässe selten geplant. Vier kommen immer wieder vor:

  • Der Betriebsleiter geht, der Nachfolger fängt später an, und dazwischen braucht ein angefangener Umbau jemanden, der ihn verantwortet.
  • Zwei Standorte oder zwei Firmen wachsen zusammen: Artikelstämme, Preise und Bestände müssen zusammenpassen, bevor die erste gemeinsame Inventur ansteht.
  • Ein Ablauf soll umgebaut werden — Wareneingang, Belegerfassung, Tagesabschluss —, und jeder, der ihn kennt, steht im Tagesgeschäft.
  • Eine Anforderung kommt einmalig von außen: ein Großkunde mit eigener Belegform, eine neue Kassenanbindung, eine Auflage des Prüfers.

Allen vier Fällen ist gemeinsam, dass die Arbeit nach dem Abschluss nicht in gleicher Menge weiterläuft. Genau das unterscheidet sie von einer offenen Stelle.

Interim-Management oder einstellen: der Unterschied

  • Dauer der Arbeit: Eine Stelle trägt sich, wenn die Arbeit jeden Monat wieder anfällt. Hat sie Anfang und Ende, zahlt der Betrieb bei einer Stelle für die Zeit danach mit.
  • Anlauf: Eine Einstellung beginnt mit Suche, Auswahl und Einarbeitung; ein Auftrag beginnt mit einer Beschreibung dessen, was am Ende laufen soll.
  • Wer das Ergebnis schuldet: Bei der eigenen Kraft trägt der Betrieb das Ergebnis selbst. Beim Auftrag steht die beauftragte Firma dafür ein — sofern der Vertrag ein Ergebnis nennt und nicht nur Arbeitszeit.
  • Was danach bleibt: Die eigene Kraft bleibt im Haus. Beim Auftrag muss das Bleibende ausdrücklich bestellt werden: Dokumentation, Zugänge, Einweisung.

Wer sagt, was zu tun ist — und wer haftet

Zwei Fragen entscheiden darüber, welche Vertragsform vorliegt, und sie werden im Alltag beantwortet, nicht im Vertragstext: Wer sagt dem Monteur, was er heute anfasst — und wer steht am Ende für das Ergebnis gerade. Schuldet die beauftragte Firma ein Ergebnis, liegt ein Werkvertrag vor — mit Abnahme und Mängelrechten. Schuldet sie nur eine sorgfältige Tätigkeit, ist es ein Dienstvertrag.

Was eine falsche Zuordnung im Betrieb kostet

Für den Betrieb hat das handfeste Folgen. Verteilt der eigene Meister die Aufgaben an die fremden Leute, führt er Urlaubslisten mit und sitzen sie in der eigenen Schicht, dann sieht die Praxis anders aus als der Vertrag — und im Zweifel zählt die Praxis. Welche Anzeichen dabei gewürdigt werden, führt der Artikel darüber auf, welche Indizien bei einer Prüfung über die Vertragsform entscheiden.

Die Übergangslösung darf keine Abhängigkeit hinterlassen

Ein Übergang, der eine Abhängigkeit hinterlässt, hat sein Ziel verfehlt — dann ist nichts gelöst, sondern nur verschoben. Vier Fragen klären das vor dem Start und nicht am letzten Tag:

  1. Läuft der Ablauf weiter, wenn der Auftrag endet, ohne dass jemand angerufen wird?
  2. Steht aufgeschrieben, was bei einer Störung zu tun ist — in der Sprache der Leute, die damit arbeiten?
  3. Liegen Zugänge, Konten und Daten beim Betrieb, samt Auswertung und Verlauf?
  4. Könnte ein anderer Auftragnehmer übernehmen, ohne von vorn anzufangen?

Was ein solcher Ablauf überhaupt leisten soll, wenn er ohne Zuruf läuft, beschreibt der Artikel zur Prozessautomatisierung und ihrer Definition. Ohne diese vier Antworten wird aus dem Übergang ein Abonnement.

Wie wir eine Aufgabe im Betrieb übernehmen

Wir nehmen eine Aufgabe als Ergebnis an: „der Wareneingang läuft ohne Abtippen“, nicht „eine Kraft für den Wareneingang“. Der Betrieb beschreibt, was am Ende laufen soll, und nimmt es ab; die fachliche Anweisung an unsere Leute gibt unsere Projektleitung. Was abgenommen wird, steht vor dem Start im Angebot, und Zugänge, Daten und Auswertungen liegen vom ersten Tag an beim Betrieb. Eine einzelne Person als Einheit bieten wir nicht an — für das Ergebnis steht die Firma ein. Wie so ein Umbau zugeschnitten wird, beschreibt die Leistung Prozessautomatisierung für Produktion und Handel.

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